Reisebericht

Reisebericht

Rundreise durch den Norden Indiens

17.03.2018-07.04.2018

 

Über Ostern 2018 waren wir für drei Wochen mit dem Rucksack in Indien unterwegs. Indien ist ein riesen Land und wir wollen am liebsten immer das ganze Land sehen wenn wir reisen, aber man muss sich dann bei der Planung doch immer eingestehen, dass es leider nicht möglich ist. Daher haben wir uns auf den Norden von Indien konzentriert und haben in der Hauptstadt Neu-Delhi gestartet und sind mit einem privaten Fahrer erst Richtung Norden in das Himalaya Gebirge gefahren um dann über Amritsar (im Bundesstaat Punjab, an der Grenze von Pakistan) in den touristisch beliebten Bundesstaat Rajasthan über das Taj Mahal zurück nach Delhi.

Mit der russischen Airline Aeroflot ging es von Düsseldorf über Moskau nach Neu-Delhi.

 

Detaillierte Route Indien Rundreise

  1. Delhi
  2. Rishikesh
  3. McLeod Ganj
  4. Amritsar
  5. Bikaner
  6. Jaisalmer
  7. Jodhpur
  8. Udaipur
  9. Pushkar
  10. Jaipur
  11. Agra (Taj Mahal)
  12. Delhi

 

Planung Indien Rundreise

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Erfahrung Rundreise Indien mit dem Rucksack

 

Eine Reise nach Indien ist auf jeden Fall spannend und voller Abenteuer. Wir waren wirklich sehr gespannt wie es uns in Indien gefällt. Man hört ja oft, dass Indien laut, voll und dreckig ist. Und ja, das stimmt natürlich schon. Aber Indien hat auch seine schöne Seiten und es ist super spannend in die Kultur abzutauchen. Die Menschen in Indien waren alle sehr herzlich und interessiert an uns „weißen“ Ausländer. Auch als Frau habe ich mich nie unwohl gefühlt. Dadurch, dass wir den indischen Fahrer hatte, haben wir von ihm auch noch viele Informationen über das Land, Leute und Kultur bekommen. Für die Planung zu Hause hatten wir den Lonely Planet Reiseführer* über ganz Indien. Da es doch ein riesen Brocken ist, haben wir noch als zweiten Reiseführer* nur einen über den Norden von Indien von Dumont mitgenommen.

In Indien hatten wir Hochs und Tiefs und während der Reise gab es ehrlich gesagt Momente, an denen wir uns nach Hause gesehnt haben. Rückblickend (mit etwas Abstand) hat es uns aber trotzdem gut gefallen. Der Hauptgrund für die etwas negative Erfahrung war (auch nur), dass es uns ca. 1 Woche lang gesundheitlich ziemlich schlecht ging. Natürlich versucht man in richtigen, sauberen Restaurants zu essen, kein Street Food, keine Säfte, kein geschnittenes Obst etc. aber es hat uns leider doch ziemlich erwischt (was auch an unserer Rafting Tour lag), dass wir hinter auch noch zu einem Arzt gehen mussten. Im Nachhinein würden wir schneller zum Arzt gehen. Wir haben es natürlich irgendwie herausgezögert, weil wir erstens dachten, dass es bald schon besser werden muss und zweitens wir auch nicht unbedingt in Indien zu einem Arzt wollten. Leider ließ es sich nach einer Woche nicht mehr vermeiden. Unser Fahrer hat uns zu einem privaten Arzt in seine Praxis gefahren und er hat uns kurz untersucht und uns jede Menge Tabletten verschrieben. Wir wissen bis heute nicht genau was wir da genommen haben. Aber es hat sofort geholfen! Danach ging es uns dann auch schnell besser!

 

REISEBERICHT RUNDREISE INDIEN

 

Neu-Delhi

Wir sind spät abends mit dem Flieger in Delhi gelandet und sind dann nach Mitternacht im Hotel gewesen und sind sofort schlafen gegangen. Am nächsten Morgen hat uns Joshi (unser Fahrer) abgeholt und hat mit uns Neu-Delhi erkundet. Von der Dachterrasse beim Frühstück konnten wir direkt einen ersten Blick auf die chaotischen Straßen von Delhi erhaschen.

India Gate

Unser erste Stopp war das India Gate. Das India Gate ist ein 42m hoher Triumphbogen ähnelt dem Arc de Triomphe in Paris. Das India Gate ist ein Denkmal an die gefallenen Soldaten im Ersten Weltkrieg und während des afghanischen Abenteuers von 1919. Auf dem Platz um das India Gate herum kann man in Ruhe Fotos machen. Lediglich kurze Ansprachen von Sonnenbrillenverkäufer kommen dazwischen. Da wir aber (etwas verplant) beide unsere Sonnenbrillen in Deutschland vergessen hatten, haben wir schnell Ersatz bekommen. Um das India Gate herum gibt es noch einen kleinen Fluss, der wie eigentlich alle Flüsse und Gewässer in Indien etwas dreckig aussieht. Auf der großen Wiese haben einige Inder gerade Cricket gespielt.

Humayun-Mausoleum

Weiter ging es zum Humayun-Mausoleum. Das Mausoleum kostet ca. 250 Rs Eintritt und ist eines der bedeutendsten Bauwerke der Mogulepoche. Hier hört und sieht man nichts mehr von dem chaotischen, lauten und dreckigen Delhi. Der Park ist sehr großzügig angelegt und sehr gepflegt. Hier haben wir uns lange aufgehalten und einfach die Baukunst bewundert.

Lotus Tempel – Baha’i Tempel

Einen kurzen Abstecher haben wir zum Lotus Tempel gemacht. Hier waren eigentlich nur Einheimische und kaum Touristen. Es war sehr voll und wir mussten auch relativ lange anstehen, dass wir in den Park überhaupt hereinkamen. Es gab sogar eine Taschenkontrolle. Die Indischen Frauen hatten alle sehr schöne bunte, glitzernde Gewänder an. Der Lotus Tempel hat das Design einer Lotusblüte, die symbolisch Frieden, Unsterblichkeit, Reinheit und Liebe ausstrahlt. Für die Bahai Glaubensgemeinschaft ist der Lotus Tempel ein beliebtes Gebäude in Indien und zieht somit täglich Tausende Leute an. Um in den Tempel zu kommen mussten man sich in einer langen und engen Schlange anstellen. Darauf haben wir verzichtet und sind nach einem kurzen Aufenthalt wieder weitergefahren.

Qutb Minar

Das Qutb-Minar-Komplex ist das früheste islamische Bauwerk auf indischem Boden. Der Turm gilt heute noch zu den höchsten Türmen der islamischen Welt. Früher durfte man auch noch auf den Turm hoch. Aber dies ist schon seit mehreren Jahren durch ein Unglück, bei dem mehrere Menschen starben, verboten.

Bangla Sahib Gurudwara

Das größte Sikh-Heiligtum in Delhi ist der Komplex des Bangla Sahib Gurudwara. In dem Sikh Tempel wird von früh bis spät abends Verse aus dem heiligen Buch „Adi Granth“ vorgetragen. Der Eintritt ist frei. Man muss allerdings die Schulter, Knie und Kopf bedeckt haben. Am Eingang liegen in Körben bunte Tücher, die zur Kopfbedeckung dienen. Schuhe und Socken müssen auch draußen bleiben und Hände und Füßen vorher gewaschen werden. Ihr könnt eure Schuhe am Eingang wie bei einer Garderobe abgeben. Im inneren des Tempels ist eine künstlich angelegte Wasserstelle. Das Wasser ist bei den Sikhs heilig, weshalb viele in dem Wasser baden gehen.

Rasthrapati Bhawan

Zum Abschluss des ersten Tages in Indien ging es noch zum Sitz des heutigen Premierministers. Das riesen Gebäude erinnert etwas an ein Schloss. An einigen Tagen ist das Gebäude wohl auch geöffnet. Wir standen vor einem verschlossenen Tor und sind dann nach kurzer Zeit wieder Richtung Auto gelaufen. Vom Rasthrapati Bhawan hat man aber einen direkten Blick auf das India Gate am Ende der Straße.

Abends waren wir im Trubel von Delhi in den kleinen Gassen und Straßen unterwegs auf der Suche nach einem Restaurant. An den Verkehr muss man sich wirklich etwas gewöhnen. Man kann kaum an der Straße entlang laufen um nicht einem Auto, Mopped oder einer Kuh ausweichen zu müssen. Die Geräuschkulisse ist ein ständiges Hupen. Aber das gehört nun mal zu Indien dazu.

Rishikesh

Am nächsten Morgen ging es früh nach Rishikesh. Es ist eine lange Fahrt (ca. 10 Stunden) in das Himalaya Gebirge. In Rishikesh trifft man Weltenbummler, Hippies, Yogaverrückte und auch viele indische Touristen, die nach spiritueller Erfahrung suchen. Der Ort liegt direkt am Ganges und wir haben uns Rishikesh ehrlich gesagt etwas mehr naturbezogener und Grün vorgestellt. Es ist aber „einfach nur“ eine indische Kleinstadt mit spirituellem Flair. Leider ist in Rishikesh aber auch sofort alles schief gelaufen. Unser Hostel (Zostel Rishikesh) war wirklich ein Reinfall. Die Sauberkeit etc. war in Ordnung. Allerdings war unser Bett steinhart. Wir dachten schon, dass das doch keine Matratze sein kann und einfach nur ein Brett unterm Laken liegt – aber es gab da tatsächlich eine Matratze, auch wenn diese die Bezeichnung nicht verdient hat. Man sagte uns, dass leider einige Zimmer noch die alten Matratzen haben und es auch kein anderes Zimmer mehr gibt. Da es schon recht spät war, sind wir dann doch geblieben. An Schlafen war aber überhaupt nicht zu denken. Beim Frühstück kam der Besitzer rum und hat gefragt ob alles gut sei. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass wir die zweite Nacht nicht mehr bleiben werden. Wir hätten auch auf das Geld verzichtet, aber wir mussten die zweite Nacht dann auch nicht bezahlen und durften sogar erst nachmittags nachdem wir vom Rafting zurück sein wollten auschecken.

Rafting – Eine negative Erfahrung

Rishikesh ist dafür bekannt Rafting auf dem Ganges zu machen, sowie Bungee Jumping und eben viel Yoga. Zu mindestens das Erste und das Dritte wollten wir machen. Eine Rafting Tour war schnell direkt im Hostel gebucht. Der Anbieter saß direkt nebenan. Wir sind in einem Van hinten auf der Ladefläche Richtung Startpunkt am Ganges gefahren. Dort gab es dann Schwimmwesten und Helme und eine kleine Einweisung. Es gab insgesamt sieben Stromschnellen, die überwunden werden mussten. Die ersten haben auch ganz gut geklappt und wir hatten Spaß. Allerdings kam dann die angekündigte größte Stromschnelle. Bevor wir überhaupt wussten was mit uns geschah ist das ganze Boot umgekippt und wir wurden aus dem Boot geworfen und sind teilweise unter dem Boot gelandet und kamen nicht nach oben da das Boot über uns war. Ich bekomme heute noch leichte Panik wenn ich an dieses Gefühl denke. Als man dann endlich wieder über Wasser war wurde man durch die Stromschnelle natürlich die ganze Zeit durch den Fluss geschleudert und immer wieder unter Wasser gedrückt, wir haben viel Ganges Wasser geschluckt und sind gegen Steine geschlagen. Unser Guide hat uns panisch zu gerufen, dass wir nicht in Panik geraten sollen (haha). Und dass wir uns versuchen sollen an dem Boot festzuhalten. Nach einigen Minuten ist es dem Guide gelungen sich auf das umgekippte Boot zu ziehen und hat danach zu mindestens uns Frauen aus dem Wasser gezogen. Die Männer mussten noch länger aushalten.

Start unserer Rafting Tour am Ganges in Rishikesh

 

 

Als dann endlich die Stromschnelle vorbei war und der Fluss wieder sanft wurde kamen die anderen Rafting Boote zu uns und haben uns erst einmal auf die verschiedenen Boote verteilt. Unsere beiden Guides haben dann wohl am Rand irgendwie das Boot wieder umgedreht und uns alle wieder nach und nach von den fremden Booten eingesammelt. Hier war für uns der Spaß der Tour vorbei. Wir mussten die Tour natürlich noch zu Ende machen. Ich wollte wirklich einfach nur noch von diesem Wasser runter.

Anstatt Spaß haben wir von der Rafting Tour blaue Flecken und offene Knie und Füße mitgenommen. Und durch das ganze Wasser was wir geschluckt haben, lagen wir eine Woche mit Magen-Darm flach. Nach dem wir den ersten Schock hinter uns hatten und wieder im Hostel waren, haben wir unsere Sachen gepackt und sind die Straße runtergelaufene um ein neues Hotel zu suchen. Von dem Plan in Rishikesh noch Yoga zu machen wurde natürlich nichts mehr. In der Nacht ging es uns ging es ziemlich schlecht und die Hausapotheke aus Deutschland hat kaum geholfen. Aber es hilft ja alles nichts. Am nächsten Morgen um 6:00 Uhr sollte es auf die lange 12 Stunden Fahrt nach McLeod Ganj gehen. Unser Fahrer Joshi war sehr besorgt und meinte, dass es daran lag, dass wir einen schlechten Tour Anbieter, der den Fluss nicht richtig kennt, erwischt haben und wir ihn nach einem guten Anbieter hätte Fragen sollen. Ja, hinterher ist man immer etwas schlauer..

Fazit zum Rafting und Rishikesh: Wir persönlich haben jetzt mit Rafting abgeschlossen und ich glaube wir werden es auch nie wieder machen – egal wo. Es heißt jetzt natürlich nicht, dass man generell kein Rafting auf dem Ganges machen kann. Man muss dazu sagen, dass wir auch das einzige Boot waren, welches umgekippt ist. Vielleicht lag es ja wirklich an dem unerfahrenen Guide und Pech. Denn man kann sich ja nicht aussuchen was die Stromschnelle gerade macht. Rishikesh hatte auch seine schönen Seiten und kleine Cafés (etwas versteckt in den Gassen) und der Blick von der Brücke auf den Ganges ist auch sehenswert. Wir hatten einfach ziemlich großes Pech.

Nationalpark Rajaji – nicht lohnenswert

Wie schon gesagt hat uns in Rishikesh das Pech verfolgt. Auf dem Weg von Delhi nach Rishikesh sind wir kurz vor Rishikesh an einem Nationalpark vorbeigekommen. Spontan haben wir einen Halt gemacht. Unser Fahrer kannte den Nationalpark auch nicht. Unser Fazit ist, dass es sich nicht lohnt. Wir haben viel Geld und auch Zeit verloren. Wir mussten erst einmal 2-3 Stunden warten bis wir überhaupt in den Park reinkonnten. Wir sind mit einem Jeep losgefahren und unser Guide ist nur so über die Schotterpisten gerast. Man wurde einfach nur komplett durchgeschüttelt und ist gegen die Stange hinten im Rücken vom Jeep immer wieder schmerzhaft gekommen. Zu mindestens haben wir kurz vor Ende noch 2 Elefanten gesehen. Wir haben auch Tigerspuren im Sand gesehen und unser Guide ist dann aber sofort weiter gerast und hat uns an einem Hochstand herausgelassen. Von hier aus haben wir versucht den Tiger zu sehen – ohne großen Erfolg. Von unserem Hochsitz aus konnten wir aber sehen, dass andere Jeeps immer noch an der Stelle mit dem Spuren standen und den Tiger wohl auch gesehen haben.

McLeod Ganj

Morgens früh ging es also auf die 12 Stunden Fahrt von Rishikesh nach McLeod Ganj weiter in den Himalaya. In McLeod Ganj (ein Ort noch hinter Dharamsala) liegt auf 2.000m in den Bergen. Hier ist der Hauptsitz des 14. Dalai Lama und der Haupttempel der tibetischen Exilgemeinde. McLeod Ganj ist ein kleines Dörfchen in den Bergen und der richtige Ort zur Entspannung. Den Dorfkern wird von einer Straße im Kreis geformt. Dass schöne: Autos sind verboten. Es gibt nur Mopeds. Auf den Straßen trifft man viele Mönche. Auch hier kann man sich zu Yoga Kursen anmelden. Wir waren in einem Hostel (Ram Yoga House) mit Yoga Kursen. Da es uns leider immer noch so schlecht von unserer Rafting Tour ging, konnten wir auch hier kein Yoga machen und waren immer noch im Allgemeinen eingeschränkt.

Wir haben versucht das Beste aus der Situation zu machen und haben uns etwas im Hotel ausgeruht und sind etwas durch die Stadt geschlendert und den Berg hoch zum Dalai Lama Tempel. Man kann durch das Himalaya Gebirge auch Tageswanderungen machen. Dazu kamen wir aber natürlich leider auch nicht. Aber wir haben die Auszeit in McLeod trotzdem genossen.

Wir waren noch etwas von der Kälte in McLeod überrascht. Wir hatten 2 schlechte Tage erwischt und wir hatten gerade mal 15 Grad. Zum Glück hatten wir zu mindestens eine Jeans und Jacke vom Flug dabei. Unser Fahrer war auch total überrascht von den Temperaturen und hatte aber nur kurze Hosen und Hemden dabei und hat etwas gefroren.

Noch ein kleiner Exkurs zum Fahrer: In den großen Städten hat uns unser Fahre auch tagsüber gefahren und zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten gebracht. In den kleineren Städten (z.B auch Rishikesh und McLeod) hat er uns am Hotel abgesetzt und 2 Tage später wieder abgeholt. Obwohl es ein Festpreis ist und ihr überall hingefahren werdet, müsst ihr hier und da eventuell noch mal kleines Geld für ein Taxi in die Hand nehmen. Meistens sind wir aber gelaufen, wenn es die Distanzen zugelassen haben.

Amritsar – Der Goldene Tempel

Goldschimmer gespiegelt im Wasser. Das ist der Anblick des Goldenen Tempels in Amritsar. Der Goldene Tempel ist ein Wahrzeichen in Indien für die Sikhs. Der Mittelpunkt des Tempels erstrahlt in seinem Gold und spiegelt die Perfektion auf dem Wasser. Der ganze Komplex hat riesige Minarette, Bögen, Museen, Speise- und Schlafsäle. Der Tempel ist dem Prinzip der Gleichheit und Kastenlosigkeit verpflichtet und somit für alle Menschen zugänglich. So einen toleranten Ort sieht man selten. Jeder ist willkommen. Egal welcher Glaube oder ob Arm oder Reich. Alle bekommen eine kostenlose Verpflegung. Hier kamen wir aufgrund des Anblickes des Goldenen Tempels aber auch wegen dieser Offenheit für alle Menschen nicht mehr aus dem Staunen.

Wie schon im Tempel in Delhi gilt hier, dass Schultern, Kopf und Knie bedeckt sein müssen. Die Schuhe gibt ihr wieder vorne ab und erhaltet eine Nummer für die spätere Abholung. Die Füße werden vor dem Betreten in einem kleinen Wasserbecken gewaschen. Wir sind einfach langsam um den Goldenen Tempel herumgelaufen und wir kamen auch nie weit, weil die Inder alle mit uns Fotos machen wollten. Das war wirklich sehr süß. Alle haben immer sehr nett gefragt und dann kamen immer mehr hinzu und wir haben ein Selfie nach dem anderen gemacht. Hinterher saßen wir einfach am Rande des Wassers und haben auf den goldenen Schein in der Mitte geblickt.

Da wir gesundheitlich ja immer noch angeschlagen waren und wir uns eigentlich nur von trockenen Toast ernährt haben, konnten wir leider nicht das kostenlose Essen im Tempel ausprobieren. Als wir wieder zurück zum Hotel wollten hat Henning unsere Schuhe abgeholt und ich habe vor dem Tempel gewartet. Auf einmal bildete sich ein Kreis um mich herum und eine alte Dame setzte sich neben mich, die sich mit mir unterhalten wollte. Leider haben wir uns natürlich nicht verstanden. Die Kinder drumherum haben etwas übersetzt. Alle wollten auf einmal wieder ein Foto mit mir haben und mir wurden auch einfach die Kinder auf dem Arm gesetzt um mit den Kindern ein Foto zu machen. Das hat unseren Aufenthalt etwas verlängert, aber es war wirklich sehr herzlich.

Wie kommt ihr am besten zum Tempel?

Wir sind aus unserem Hotel mit dem Tuk Tuk zum Tempel gefahren. Man wird vor der Fußgängerzone herausgelassen und muss den Rest laufen. Hier waren die Straßenverkäufer schon leicht nervig. Und vor allem viele Kinder waren unterwegs, die etwas verkaufen wollten bzw. mussten. Diese sind dann auch sehr hartnäckig die ganze Zeit neben uns hergelaufen.

Mit dem Tuk Tuk durch Indien

Bikaner

Von Amritsar ging es weiter in die erste Stadt im beliebten Bundesstaat Rajasthan. Wir hatten in Bikaner ein traumhaftes Hotel (The Laxmi Niwas Palace) in einem Palast aus dem Jahr 1902. Unser Zimmer war der Hammer. Wir haben uns wie Könige gefühlt. Das Zimmer war einfach riesig mit zwei großen Himmelbetten und einem Vorraum mit Doppeltüren zu dem Badezimmer, welches sich auch wieder mit 2 großen Holzdoppeltüren geöffnet hat! Die Gänge und die Außenanlage inklusive Pool war einfach nur majestätisch. Die Nacht hat uns nur 60€ gekostet, was wir für diesen Palast sehr angebracht fanden. Das Essen im Hotel war natürlich etwas teurer.

In Bikaner hatten wir auch das erste Mal nach Rishikesh wieder Appetit und dachten, dass es uns jetzt endlich besser geht. Leider haben wir uns da zu früh getäuscht und wir mussten unseren Ausflug zum Junagarh Fort absagen. In der Nacht haben wir dann beschlossen, dass wir am nächsten Tag versuchen einen Arzt aufzutreiben. Das Hotel arbeitet mit einem Arzt zusammen, der auch oft in das Hotel kommt um die Touristen zu versorgen. Da es ein Sonntag war hat das Hotel freundlicherweise bei dem Arzt angerufen und wir durften zu ihm nach Hause in die Praxis kommen. Unser Fahrer hat uns dann zum Arzt gebracht und ein paar Minuten später haben wir für uns beide ca. 10€ bezahlt und habe unsere Medikamente bekommen. Danach ging es uns deutlich besser und wir sind weiter in die goldene Stadt Jaisalmer gefahren.

Jaisalmer

Jaisalmer ist eine prachtvolle Wüstenstadt in Rajasthan. Die Stadt wird auch die goldene Stadt genannt aufgrund des gigantischen Forts hoch oben in der Mitte der Stadt, die mit seinen sandigen Fassaden. Die Stadt ist lebhaft und voll. Und man spürt auch sofort den Temperaturunterschied. In ganz Rajasthan herrscht eine unglaubliche Hitze. Obwohl es der erste Tag war an dem es uns besser ging, da wir morgens die Medikamente genommen hatten, wollten wir uns noch etwas zurückhalten und mussten die Kamelsafari mit Abendessen in der Wüste (die unser Fahrer für uns organisiert hatte) leider absagen. Einen ganzen Tag in der Wüste auf einem Kamel zu verbringen erschien uns doch noch etwas zu riskant. Egal. Wir haben die Zeit trotzdem genossen, da wir endlich mal ohne Magenkrämpfe unterwegs waren.

Es ging durch die Stadt zum Jaisalmer Fort. Im Gegensatz zu der Stadt herrscht in den Mauern des Forts eine andere und ruhigere Stimmung. Es gibt zum Glück wieder keine Autos sondern wieder nur Mopeds und man kann in Ruhe durch die kleinen Gassen im Fort laufen und ein bisschen in den Geschäften stöbern. In dem Fort gibt es das Fort Palace, der Palast des ehemaligen Herrschers. Die meisten Teile des Palastes sind öffentlich zugänglich. Besonders die ganzen Fenster mit den goldgelben Balkonen sind ein Besuch wert.

In Jaisalmer ist uns wieder aufgefallen, dass die Sehenswürdigkeiten in Indien wirklich lohnenswert sind. Allerdings konnten wir uns nicht mit den Städten anfreunden. Es ist zwar kein Problem (und auch nicht gefährlich) durch die Straßen zu laufen, aber schön ist es nicht unbedingt. Man muss die ganze Zeit den Autos und Kühen ausweichen. Überall liegt Müll herum. Das waren schon immer krasse Kontraste. Von unserem Hotel (Hotel Lal Garh Fort and Palace) aus hatten wir von der Dachterrasse noch einen traumhaften Blick über die Stadt zum Fort herüber. Das hat dann auch wieder für einiges entschädigt.

Jodhpur

Nach 2 Nächten ging es weiter nach Jodhpur – die blaue Stadt. Alle Häuser in der Altstadt von Jodhpur haben einen blauen Anstrich. Den besten Ausblick auf die blaue Stadt gibt es von der Festung Meherangarh. Meherangarh ist eins der beeindruckendsten Forts in Indien. Hoch oben auf einem Hügel thront die Festung.

Auf dem Weg zurück von dem Fort sind wir am Marmordenkmal Jaswant Thada vorbeigekommen. Der Anblick auf das schöne weiße Gebäude mit einem kleinen Springbrunnen und einer Treppe davor sieht einfach magisch aus. Von hier aus sieht man auch die Festung Meherangarh. Man kann in das Denkmal auch hineingehen. Aber da war der Anblick von außen schon etwas beeindruckender als von innen. Es ging dann direkt weiter in unser Hotel (wir hatten ein Hotel etwas außerhalb gelegen: Devi Bhawan – A Heritage Hotel). Dies war aber in einem wunderschönen parkähnlichen Garten mit Pool und unser Zimmer hat einen Balkon mit Blick in den Garten.

Udaipur

Ranakpur

Auf dem Weg nach Udaipur haben wir noch einen Halt in Ranakpur gemacht. Hier liegt eine Tempelgruppe der Jains aus dem 15. Jahrhundert. Der Jain Tempel ist auf jeden Fall ein Besuch wert. Die ganzen Details und Verzierungen an den Säulen ist einfach unglaublich. Überall sieht man Elefanten in die Steine geschlagen. In Indien ist der Elefant ein Symbol für Weisheit, Frieden, Glück und Kraft.

Wichtig: In Indien zahlt ihr bei den Sehenswürdigkeiten meistens auch Eintritt für die Kameras – ja das ist etwas verrückt. Meistens mussten wir für unsere Kamera noch einmal 1-2€ bezahlen. Die Handys konnten wir eigentlich immer so mitnehmen. Nur im Jain Tempel in Ranakpur hat man es sehr genau genommen. Am Eingang wurden die Taschen kontrolliert und obwohl ich das Handy etwas unter den anderen Sachen versteckt habe, hat man so lange gesucht bis man es gefunden hat. Etwas genervt sind wir dann noch einmal zur Kasse und mussten gleich für 4 Handys (wir hatten die Firmenhandys noch dabei) zahlen. Etwas unnötig, aber zum Auto zurücklaufen wollten wir auch nicht.

Udaipur – die schönste Stadt auf unserer Rundreise!

Udaipur hat uns von allen Städten eigentlich am besten gefallen. Udaipur liegt an einem künstlich angelegten See mit prunkvollen Residenzen und einer tollen Innenstadt mit vielen Cafés. Städte am Wasser haben ja sowieso immer ihren Reiz. Vielleicht hat es uns deswegen hier so gut gefallen. Wir hatten aber auch wieder ein tolles Hotel mit Pool auf der Dachterrasse und Blick über den See von Udaipur und dem riesigen Luxushotel mitten auf dem See (Taj Lake Palace). Hier wurde auch Octopussy von James Bond gedreht. Autos müssen in Udaipur auf der Insel auch wieder draußen bleiben. Der City Palace in Udaipur ist riesengroß und erstreck sich oberhalb vom See. Hier kann man durch die sehr schönen restaurierten Räume schlendern. Anschließend ging es zum Jagdish Tempel und danach sind wir zur anderen Seite des Sees gelaufen und haben noch eine Bootstour über den See gemacht. In den vielen tollen Cafés haben wir Kaffee und leckeren selbstgemachten Eistee getrunken.

Pushkar

Unser Fahrer meinte, dass wir am besten von Udaipur nach Jaipur noch in Pushkar halten sollten. Pushkar ist eine kleine Stadt und hat eigentlich gar nichts zu bieten. Wir haben uns kurz den Pushkar See angesehen und waren damit schon durch mit dem Sightseeing. Also den Stopp und die Übernachtung könnt ihr euch sparen.

Jaipur

Palast der Winde und Stadtpalast

Jaipur ist neben Agra wohl die am häufigsten besuchte Stadt von Touristen. Jaipur ist z.B. im Vergleich zu Jaisalmer viel größer und lauter. Die Stadt wird auch Pink City genannt, da alle Häuser in der Altstadt, die von einer Mauer umgeben ist in pink – oder sagen wir eher in einem zarten Orange gestrichen sind. Die Altstadt ist ein Besuch wert. Hier findet hier den direkt an der Straße liegende Palast der Winde. Es ist aber kein Palast im klassischen Sinn sondern eine Art Wand mit 953 Fenstern durch die ständig Luft weht – daher der Name. Früher konnten die Palastdamen sich hinter die Fenster stellen und ungesehen nach draußen gucken um z.B. die Festumzüge zu sehen. Lohnenswert ist es aber allemal. Danach ging es in die Stadtmauern rein zum pinken Stadtpalast. Der Palast ist zwar schön (und „pink“) aber meiner Meinung nach kann er nicht mit dem Glanz des Palastes in Udaipur oder mit den interessanten Details im Palast in Jaisalmer Fort mithalten.

Amber Fort

Sehenswerter ist das Amber Fort in Jaipur. Das Fort liegt wieder auf einem Hügel. Ihr könnt entweder mit dem Auto durch sehr enge Gassen hoch oder mit einem Elefanten den Weg zum Fort reiten. Ich liebe zwar Elefanten über alles – aber genau deswegen haben wir uns dagegen entschieden. Die Elefanten müssen den ganzen Tag Touristen hoch und runter bringen. Das Fort hat einen sehr großen Hauptplatz und viele verschiedene kleine Gänge und Treppen die man entdecken kann.

Affentempel

Obwohl wir schon von einer Freundin gehört hatten, dass der Affentempel (Galta Tempel) nicht lohnenswert ist, sind wir trotzdem kurz hingefahren. Unsere Freundin hatte nicht zu viel versprochen. Die Tempelanlage ist dreckig, heruntergekommen und man muss es nicht gesehen haben. Die Geschichte dahinter ist jedoch interessant: In der Tempelanlage wird der Affengott Hanuman verehrt. Es gibt drei übereinanderliegende Becken, die von den Pilgern für das rituelle Bad genutzt werden. Die Bäder sind aber ziemlich dreckig. Früher war es so, dass das obere saubere Becken für die Männer war, das zweite den Frauen und das letzte den heiligen Affen vorgesehen war. Heute ist eigentlich alles von den Affen in Beschlag genommen. Unten im dreckigsten Becken haben einige Frauen gebadet.

Exkurs: Goldenes Dreieck

Jaipur zählt zwar zu den bedeutendsten Städten im Bundesstaat Rajasthan und ist sicherlich auch einen Besuch wert, aber andere Städte haben uns auf unserer Tour doch mehr beeindruckt. Jaipur ist wahrscheinlich auch so beliebt, weil es sehr gut aus Agra und Delhi zu erreichen ist. Die drei Städte bilden das sogenannte Goldene Dreieck. Wer keine Zeit oder Lust hat „ganz“ Rajasthan oder Indien zu sehen und nur einen kurzen Abstecher nach Indien möchte, für den ist das Goldene Dreieck genau richtig. Die Tour ist wohl die am meisten gemachte und auch unser Fahrer hat uns erzählt, dass er die Tour andauernd macht. Von Delhi geht es nach Jaipur und dann nach Agra um das Taj Mahal zu sehen.

Agra – Taj Mahal

Fatehpur Sikri

Nachdem wir nun schon so einiges in den letzten Tagen und Woche in Indien mitgemacht und erlebt haben, konnten wir es nicht mehr erwarten endlich zum Taj Mahal zu kommen. Auf dem Weg von Jaipur nach Agra hält man meistens noch kurz in Fatehpur Sikri. Die Fatehpur Sikri ist eine Moschee. Es führt eine Treppe hoch zum Eingang der Moschee. Schuhe müssen natürlich ausgezogen werden. Socken hätte man anlassen können. Wir waren Barfuß unterwegs und auf den Steinen kann es durch die Sonne schon recht heiß werden. Es gab aber meistens für die Wege einen Art Teppich der ausgelegt war. Wenn man durch den Eingang kommt sieht man mittig in dem Komplex das kleine Mausoleum aus weißem Marmor. Um den Platz am Mausoleum sind Mauern. Hierdurch kommt ihr dann weiter in den Komplex. Ab hier könnt ihr dann auch wieder die Schuhe anziehen.

Am Eingang kann es sein, dass ihr angequatscht werdet, ob ihr eine Tour haben möchtet bzw. es wurde so getan als ob es keine Tour ist und man nur aus Höflichkeit den Ort zeigen möchte. Wir sind unseren „Guide“ ab dem Eingang leider nicht losgeworden. Wir haben ihn ignoriert und mehrmals gesagt, dass wir  kein Interesse haben. Er hat natürlich andauernd gesagt, dass es nichts kostet. Er sprach sogar etwas Deutsch, was es für uns auch nicht unbedingt einfacher machte ihn zu ignorieren oder und einfach weiter zu unterhalten.

Streik in Agra – Wir sitzen in Fatehpur Sikri fest!

Schon auf dem Weg von Jaipur nach Fatehpur Sikri hat uns unser Fahrer von einem Streik in der Region erzählt und uns Videos von Demonstrationen und Ausständen gezeigt (brennende Autos und eingeschlagene Scheiben). Wir konnten das Ausmaß aber nicht so recht einschätzen und sind erst mal ohne Sorgen nach Fatehpur Sikri gefahren. Dort angekommen wurde unser Fahrer immer nervöser und meinte, dass wir heute nicht mehr in Agra ankommen und nun hier bleiben müssten. Wir sollten doch mal gucken, ob wir unser Hotel stornieren könnten. Für uns kam das nun absolut nicht in Frage. Um Fatehpur Sikri ist jetzt auch nicht so viel los, dass man hier unbedingt absteigen möchte. Wir sind erst mal ins Fatehpur Sikri gegangen und haben immer wieder andere Touristen gefragt ob sie gerade aus Agra kommen oder hinwollen und wie die Lage ist. Einige, die aus Agra kamen meinten, dass es schon voll auf den Straßen war und es Streiks gab. Die Leute, die gleich auch noch nach Agra wollten wussten bisher von nichts.

Wir mussten unseren Fahrer ziemlich lange bequatschen, dass wir fahren wollen. Nach 10 Minuten Fahrt ist er aber wieder stehen geblieben und hat uns bei einem Restaurant abgesetzt. Hier sollten wir doch jetzt erstmal noch warten und Pause machen. Wir haben mit anderen Touristen und deren Fahrer gesprochen. Und die wollten alle fahren. Also haben wir ihn weiter bequatscht. Irgendwann hat er einen anderen Fahrerkumpel getroffen, der sich wohl in Agra auskennt. Also sollten wir ihm hinterherfahren. Leider kamen wir nach kurzer Zeit  nicht weiter. Die Leute haben die Straßen blockiert und uns zu verstehen gegeben, dass wir umdrehen sollen. Alle hatten Art Schlaghölzer in der Hand. Über Google Maps haben wir dann nach einer alternative Route hintenrum gesucht und die unserem Fahrer vorgeschlagen. Er wollte aber nicht auf uns hören und so sind wir wieder in einem schäbigen Hotel gelandet wo wir warten sollten. Hier saßen auch schon einige andere Touristen fest. Nach einer Stunde ging es dann endlich weiter. Obwohl wir ihm den Weg sagen wollte hat er alle 2 Meter angehalten und jemanden an der Straße nach dem Weg gefragt. Jeder hat natürlich was anderes gesagt. Nach gefühlt einer weiteren Stunde sind wir endlich unseren vorgeschlagenen Weg über die Dörfer gefahren. Es hat zwar lange gedauert, weil die Straße nur sehr schmal war und alle hierher wollten und man immer wieder den Gegenverkehr durchlassen musste, aber es war der richtige Weg und wir sind abends endlich in Agra angekommen!

Taj Mahal

Von unserer Dachterrasse mit Pool (Radisson Blu Agra Taj East Gate) konnten wir bereits das Taj Mahal im Dunst in der Ferne sehen. Der Wecker wurde früh gestellt. Morgens ganz früh vor Sonnenaufgang haben wir uns dann auf dem Weg zum Osttor gemacht. Wir waren natürlich nicht die einzigen, die so früh aufgestanden sind. Daher muss man sich keine Hoffnungen machen „alleine“ im Taj Mahal zu sein.

Das Taj Mahal ist ein ca. 56 Meter hohes Mausoleum in der Stadt Agra und gilt als das schönste Bauwerk muslimischer Architektur in Indien. Das Taj Mahal wurde als Grab für die „Lieblingsfrau“ eines Großmoguls in dem Zeitraum von 1631 bis 1648 gebaut. Seine Frau ist bei der Geburt des 14. Kindes gestorben. Das genaue Jahr der Fertigstellung ist allerdings nicht bekannt. In 2004 wurde in Agra offiziell die 350 Jahr Feierlichkeiten durchgeführt.

 

Das Taj Mahal ist aus weißen Marmor auf eine ca. 100 x 100 Meter Platte in einem großen Garten errichtet. Durch die schlechte Luft in Indien hat das Marmor angefangen gelblich zu werden. Daher ist seit 2007 sämtlicher Verkehr im Umkreis von 2 km verboten. Man kann den sehr kurzen Weg ab der „Grenze“ zum Taj Mahal aber sehr gut zu Fuß laufen. Aber natürlich kann man sich auch mit batteriebetriebenen Fahrzeugen für die Touristen fahren lassen. Wir sind gelaufen und mussten auf dem Weg immer wieder hartnäckig einen Transport per Fahrrad oder Elektrofahrzeug abweisen.

Eindrücke

Das Taj Mahal ist auch noch heute ein großes Symbol für Liebe und Leidenschaft.

Old Delhi

Unsere letzten 2 Tage haben wir in noch einmal in Delhi verbracht. Diesmal stand Old Delhi auf dem Plan.

Unser Fahrer hat uns erst zum Red Fort gebracht. Ehrlich gesagt gibt es hierzu nicht sonderlich viel zu schreiben und wir sind auch nur kurz geblieben. Danach hat uns unser Fahrer eine Fahrradrikscha Tour verhandelt. Wir sind mit unserem Fahrer durch Old Delhi gefahren. Die Tour war auf jeden Fall interessant. In den engen Gassen kann man sich alleine bestimmt schnell verlaufen. Auch wenn es zum schlendern und shoppen etwas schöner gewesen wäre zu laufen. Da wir aber noch unbedingt Gewürze kaufen wollten, hat unser Fahrer das Fahrrad abgestellt und ist mit uns in die Gassen zum Gewürzmarkt gelaufen. Hier konnten wir uns mit allem möglichen an Indischen Gewürzen eindecken.

Fazit Indien

Die restliche Zeit bis zum Abflug haben wir in Delhi im Hotel am Pool, im Fitnessstudio und im Spa verbracht. Den Tag hatten wir nach 3 anstrengenden Wochen in Indien aber auch dringend nötig. Aber abschließend können wir noch einmal zusammenfassen und reflektieren, dass uns Indien sehr gefallen hat. Man muss sich auf das Land einlassen und es ist wirklich nicht alles schön. Auf unseren bisherigen Reisen waren wir eigentlich immer von A bis Z von allen Sachen begeistert. Unser Tipp ist es bei den Hotels ein bisschen mehr zu bezahlen und dafür ein Hotel mit einer schönen Anlage und Pool zu haben. Da wir nach der Sightseeing Tour nie das Bedürfnis hatten durch die Städte zu schlendern um ein Kaffee oder so zu trinken haben wir den restlichen Nachmittag immer am Pool verbracht.

 

In Indien von A nach B kommen

Wir haben damals viel recherchiert wie wir am besten von A nach B in Indien kommen. Der klassische Weg ist eigentlich sich einen privaten Fahrer zu nehmen. Der Fahrer fährt euch in der Zeit überall hin. Man kann natürlich auch einige Strecken (vielleicht sogar besser) mit dem Zug zurücklegen. Und ich glaube es ist ein einmaliges Erlebnis in Indien einmal mit einem Zug zu fahren. Wir haben aber gelesen (und auch später von anderen Touristen in Indien) erfahren, dass es recht schwierig sei sich als Tourist ein Zugticket zu buchen. Dieses muss man wohl auch lange im Voraus machen.

Da wir am Anfang einige Probleme hatten einen privaten Fahrer zu finde, haben wir auch bei Reiseagenturen angefragt. Hier gibt es aber (leider) nur das komplette Paket. Hier hätte man die komplette Reise für uns organisiert inklusive Vorauswahl der Hotels. Da wir lieber immer auf eigener Faust unterwegs sind und die Touren (ohne Internationalen Flug und Verpflegung etc.) in der niedrigsten Hotelkategorie schon bei 3.000€ pro Person angefangen haben, haben wir uns weiter auf die Suche gemacht.

Suche eines Fahrer in Indien

Es gab auch einige Fahrer, die eine recht professionelle Webseite hatten oder bei Tripadvisor vertreten sind. Auf unsere Anfrage hin haben wir aber leider nie eine Reaktion bekommen. Glücklicherweise haben wir dann auf einem anderen Reiseblog eine Handynummer von einem indischen Fahrer gefunden. Über WhatsApp und E-Mail haben wir uns dann abgestimmt und die Route und den Preis abgesprochen. Der Deal war, dass wir eine erste Anzahlung bei Ankunft in Delhi machen und dann immer zwischen der Tour. Wir dachten zu mindestens, dass wir nicht viel verlieren können, wenn der Fahrer doch nicht am Flughafen auftaucht und wir dann erst einmal improvisieren müssten. Aber es hat alles hervorragend geklappt. Unser Fahrer Satish Joshi ist pünktlich am Flughafen erschienen und hat uns am Gate eingesammelt und direkt in unser Hotel nach Delhi gefahren.

 

Kontakt Fahrer: Wenn ihr auch auf der Suche nach einem Fahrer in Indien seid, dann schreibt uns. Wir geben die Kontaktdaten von Joshi dann gerne heraus.

 

Wie ist es mit einem privaten Fahrer unterwegs zu sein?

Joshi war immer sehr höflich und aufmerksam und hat immer einen Tag vor nächster Abreise den Zeitplan mit uns besprochen. Am Anfang haben wir seine Vorstellung des Zeitplanes (Abfahrt) etwas zu aufdringlich empfunden, da wir uns am ersten Morgen in Indien doch etwas gestresst gefühlt haben, da wir normalerweise ja ohne jegliche Verpflichtungen in einen Urlaub starten und vor allem den ersten Tag entspannt angehen. Er wollte natürlich nur die Zeit bestens ausnutzen und uns alles in Delhi zeigen. Danach wurde es auch besser und wenn die Abfahrtzeiten uns zu früh waren haben wir diese dann auch um eine Stunde verschoben.

Ansonsten waren wir sehr zufrieden mit dem Service. Aus kultureller Sicht muss noch erwähnt werden, dass unser Fahrer sich eher hauptsächlich mit Henning (mit der Ansprache Sir) unterhalten hat. Mit mir hat er nur gesprochen, wenn Henning nicht mit im Auto war. Aber das ist ja nichts Ungewöhnliches. Schließlich hat der Mann ja das Sagen und das Geld 😉

Wo übernachtet der Fahrer?

Wir haben vorher übrigens auch gelesen und gehört, dass einige Fahrer im Auto schlafen und nicht duschen und dann nach einiger Zeit nicht mehr so hübsch anzusehen sind. Wir haben mit unserem Fahrer vorher aus Deutschland zu mindestens versucht dieses Thema elegant anzusprechen, indem wir gefragt haben, ob in dem Preis auch seine Verpflegung und Übernachtung enthalten sei. Unser Fahrer hat auch immer in einer Unterkunft geschlafen. Nur in Rishiskesh hat er im Auto geschlafen. Es lag wohl daran, dass er sich selber in Rishikesh nicht auskannte und dort auch noch nie eine Tour hingemacht hat. Die Fahrer haben natürlichen auf den klassischen Touri Routen ihre Unterkünfte und Absprachen wo sie etwas umsonst zu essen bekommen. Manchmal wurden wir natürlich schon um Pause zu machen auf der Strecke in ein Restaurant gefahren, wo er dann umsonst essen bekommt, weil er uns hingebracht hat. Aber die meisten Restaurants waren an sich in Ordnung und somit hat uns es nicht gestört. Wir wurden zu mindestens nicht durch irgendwelche Souvenirläden geschleppt.

Visum beantragen Indien

Für die Einreise nach Indien benötigt ihr ein Visum. Indien hat die Visum-Beantragung in den letzten Jahren jedoch enorm vereinfacht, sodass ihr mit wenigen Tagen Vorlauf online euer Visum holen könnt. Dazu müsst ihr auf der Website das Antragsformular für E-Visa Tourist ausfüllen, die Visa-Gebühren (50 US-$) per Kreditkarte begleichen und euer Foto hochladen. Das Foto muss jedoch ein spezielles Format haben (Quadratisch), sodass ihr ggf. noch kurz ein neues Passfoto machen müsst. Die Gewährung des Visa erfolgt dann binnen drei Tagen. Die Bestätigung druckt ihr einfach aus und nehmt diese mit, euer E-Visa wird euch dann am Flughafen in Indien erteilt.

Bitte achtet beim Antrag und dem Foto genau auf die Anforderungen. Die indischen Behörden arbeiten sehr „indisch“, d.h. ein Formfehler und euer Visa-Antrag wird abgelehnt, sodass ihr das Visa (inkl. der Gebühren) neu beantragen müsst.

Was kostet eine Reise nach Indien?

Da wir nach den ersten Wochen in Indien unsere Buchungsgewohnheit was Hotels angeht etwas geändert haben und uns zu mindestens in der dritten Woche fast nur noch internationale Hotelketten gebucht haben, haben wir hier das Hotelbudget etwas nach oben ausgeschöpft. Im Durchschnitt haben wir pro Nacht 50 € bezahlt. Der Flug von Düsseldorf nach Delhi hat 508€ gekostet. Unser Fahrer hat für die drei Wochen inklusiver alle Kilometer, Sprit und State Taxes (in Indien muss man in den verschiedenen Bundesstaaten State Taxes bezahlen und auch Straßenmaut – daher ist es wichtig, dass ihr wenn ihr einen Fahrer bucht abklärt ob dies alles inklusive ist) pro Person 540€ gekostet. Das Trinkgeld ist nicht inklusive. Wir haben am Ende knapp 100€ gegeben. Das waren dann zum einen fast 10% und das restliche Bargeld was wir noch hatten. Ob es angemessen war oder nicht ist natürlich immer schwierig zu beurteilen. Essen und andere Fortbewegung mit dem Taxi oder Tuck Tuck ist natürlich sehr günstig. Das Visum kostet auch noch einmal 50€ pro Person. In Summe haben wir pro Person 2.400€ ausgegeben.

 

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