Budapest

Budapest

31.05.2018-03.06.2018

Der Mai ist Reisezeit und so ging es für uns über ein langes Wochenende nach Budapest. Von donnerstagmorgens bis zum Sonntag blieben uns drei Tage, die Stadt und das Leben in der größten Stadt Ungarns zu entdecken. Budapest selbst ist zweigeteilt – in die Stadtteile Buda und Pest, getrennt durch die Donau. Während uns der Stadtteil Pest mit dem jüdischen Viertel einen mit seiner lebendigen und hippen Art begeisterte, überzeugt Buda mit seinem Burgviertel, der Matthiaskirche und einem zauberhaften Ausblick oberhalb der Donau. In Budapest zahlt ihr mit Forint (1 Euro = ca. 320 HUF).

Hinkommen

Wir sind mit Eurowings ab Düsseldorf geflogen. Direktflüge gibt es aber natürlich auch von anderen Flughäfen und Airlines (z.B. WizzAir). Mit etwas über einer Stunde Flugzeit ist man fix und schnell in Budapest. Dank einer Annullierung des Rückflugs von Eurowings mussten wir sonntags die Rückreise per Zug antreten. Mit gut 12 Stunden Reisezeit von Budapest nach Essen HBF war dies jedoch wesentlich weniger schlimmer als anfänglich gedacht. Gerade aus dem Süden und Osten Deutschland ist die Anreise per Zug sicher eine gute Alternative.

In Budapest gelandet kommt ihr am besten mit Bus & Bahn in die Stadt. Steigt dazu am Flughafen einfach in den Bus 200E und fahrt bis zur Endhaltestelle (Kobanya-Kispest Metro). Dort steigt ihr um in die Metrolinie 3 und seid nach insgesamt 45 Minuten im Zentrum Budapests. Ein Einzelticket kostet ca. 1,15€, ein Tagesticket 5,50€.

Rumkommen

Die wichtigsten Hotspots Budapests sind alle fußläufig zu erreichen. Bei einem Spaziergang durch Pest oder an der Donau kann man zudem hervorragend Neues entdecken und die Seele baumeln lassen. Falls die Füße dann doch einmal wehtun kann man sich gut & günstig mit der Metro oder auch den Donau-Fähren von A nach B bringen lassen J

Unterkunft

Wir haben die drei Nächte über Airbnb im Stadtteil Pest verbracht – keine 250m zum jüdischen Viertel. Hier findet ihr auch eine Vielzahl an kleinen Hostels und Hotels, während die internationalen Hotels überwiegend am Donauufer und im Stadtteil Buda untergebracht sind.

Pest

Synagogen im Jüdischen Viertel

Angekommen im Airbnb ließen wir unsere Koffer direkt in der Wohnung und stürzten uns in das lebendige Treiben im Pest’er Viertel. Wir hielten uns dabei an eine Walking-Route aus unserem Reiseführer* und besichtigten nacheinander die kleinere Synagoge Kazinczy und die größte Synagoge Budapests in der Dohany utca. Beide Synagogen beeindruckten uns mit ihrer Bauart und sind definitiv einen Besuch wert. Der Friedhof der Holocaust Opfer in der Synagoge an der Dohany utca und das Mahnmal sind ebenfalls sehenswert und lassen erahnen, welch Verbrechen im zweiten Weltkrieg in Budapest geschahen.

St. Stephans Basilika

Nach den Synagogen führte unser Weg zur St. Stephans Basilika, der größten Kirche Budapests. Gelegen am Szent Istvan ter markiert die Basilika auch den Beginn der neuen Innenstadt und Einkaufsmeile Budapests. Mit einem Eis auf einer der zahlreichen Banken genossen wir das Treiben und den Blick auf die Basilika und kamen dabei ins Gespräch mit einer 80-jährigen Amerikanerin, die gerade auf ihrer jährlichen Europareise und auf Donaukreuzfahrt war. Bewundernswert, wie sie von ihrem Leben und ihrer Lust aufs Reisen erzählte und trotz ihres Alters stets darauf aus war, Neues zu erleben und zu entdecken (#Vorbild). Hoffentlich geht es uns im Alter genauso!

Parlamentsgebäude und Holocaust Denkmal

Nach einiger Zeit sparzierten wir durch die Innenstadt zum Donauufer und schlenderten entspannt nördlich in Richtung Parlamentsgebäude. Dabei passierten wir die berühmte Kettenbrücke und das ebenso bekannte Holocaust-Denkmal „Schuhe am Donauufer“, welches erneut an die Verbrechen des zweiten Weltkriegs erinnern soll. Kurz darauf passierten wir das wohl prunkvollste Gebäude Budapests – das Parlamentsgebäude, welches wir auf zahlreichen Fotos festhielten. Noch schöner ist der Blick jedoch vom Wasser oder vom anderen Donauufer.

Einige Meter weiter nördlich befand sich etwas nördlich der Magarethenbrücke dann auch das Ziel unseres Spaziergangs – das Fährterminal Jaszai Mari ter, von welchem wir die Donaufähre südlich zum Szent Gellert ter nehmen wollten. Die Fähre verkehrt dabei regelmäßig, meist stündlich, und kostet nur ein paar Forint, zahlbar an Bord. Da wir jedoch ein paar Minuten Zeit hatten machten wir einen kleinen Abstecher in die nahliegende Posznoyi utca und gönnten uns ein weiteres Eis und einen Kaffee in einen der zahlreichen kleinen Cafe’s. (Wir waren im Café La Delizia. Kleiner Tipp: Die ganzen kleinen Cafés haben keine eigene Toilette. Wir sind dann zum nahegelegenen McDonalds gegangen und haben uns von anderen Leuten den Code für die Toiletten geben lassen.)

Donau Fahrt

Gestärkt ging es dann auf die Fähre, welche mit zahlreichen Zwischenstopps Richtung Süden fuhr. So konnten wir die Gelegenheit nutzen, uns das Parlamentsgebäude und die Brücken Budapests vom Wasser aus anzusehen. Auch der Blick auf das Burgviertel mit dem Burgpalast, der Matthiaskirche und der Fischereibastei ist vom Wasser aus nochmal ganz anders als vom Ufer. Unsere Tour endete nach einer guten halben Stunde unterhalb der Freiheitsbrücke, welche gerne auch zum Entspannen und Treffen genutzt wird. Ob das Klettern auf der Brücke erlaubt ist oder nicht – zahlreiche Leute saßen auf den markanten Brückenelementen und tranken entspannt ein Bierchen oder einen Wein und blickten auf die Donau bzw. die nördlich liegende Elisabethbrücke.

Wir liefen jedoch über die Brücke und fanden direkt am anderen Ufer auf der rechten Seite die große Markthalle, welche noch heute Haupteinkaufsquelle für viele Budapester ist. Neben zahlreichen Lebensmitteln bekommt man alles, was das Souvenir-Herz begehrt. In der ersten Etage gibt es zudem Restaurants und Imbissstände, an denen man sich stärken und das Treiben der Menschen entspannt beobachten kann.

Hinterhöfe

Nach der Markthallte schlenderten wir erneut durch das jüdische Viertel und saugten die einzigartige, friedliche und entspannte Atmosphäre rund um die Kiraly utca und Dob utca auf. Vor allem die Gozsdu udvar, ein Hinterhof zwischen den beiden Straßen mit zahlreichen Cafés und Restaurants lädt nur so geradezu zum Innehalten und genießen ein. Wir hatten zudem Glück, dass an dem Tag ein Flohmarkt stattfand und zahlreiche Händler Selbstgemachtes anboten. Nach einem erneuten Zwischenstopp machten wir uns, inzwischen war es schon fast abends, auf zurück ins Apartment.

Buda

Burgpalast

Am nächsten Tag ging es nach einem hervorragenden Frühstück im Lion’s Locker in Richtung Buda mit seinem Burgviertel. Hierzu liefen wir über die wunderschön von Löwenskulpturen beschütze Kettenbrücke zur „Talstation“ des Burgviertels. Hier könnt ihr entweder die kurze Strecke nach oben mit der Standseilbahn Budavari Siklo fahren oder den Berg über den links abgehenden Weg selbst erklimmen. Da der Preis der Standseilbahn (840 HUF p.P) recht teuer und die Schlange recht lang war, haben wir uns kurzerhand dazu entschlossen die zehn Minuten zu investieren und hoch zu laufen. Zu Fuß kann man auch viel besser Fotos von der alten Standseilbahn machen.

Oben angekommen habt ihr einen wunderbaren Blick auf die Donau und den Stadtteil Pest, insbesondere aber auch auf das Parlamentsgebäude, welches vom erhöhten Burgviertel einfach atemberaubend ausschaut. Nach einigen Minuten Fotopause haben sind dann zum Burgpalast gegangen und haben das Burgviertel erkundet. Im Gegensatz zum eher urbanen und urigen Pest, strahlt Buda einen gewissen Glanz und eine „Sauberkeit“ aus, welche erahnen lässt, wie das Leben im Burgpalast früher ausgesehen haben muss.

Matthiaskirche und Fischereibastei

Vom Burgpalast führte uns der Weg dann zur Matthiaskirche und der direkt anliegenden Fischereibastei. Während die Matthiaskirche mit seinen orange-roten Kacheln im Sonnenschein einen gewissen Glanz ausstrahlt, überzeugt die Fischerbastei mit ihrer schlichten und doch erhabenen Bauart. Durch die Torbogen der Bastei könnt ihr zudem einen wundervollen Blick auf das Parlamentsgebäude erhaschen und euch im angrenzenden Park mit einer Portion Langos stärken (Die Portionen dort sind überwältigend groß, ein Langos reicht locker für zwei Personen!).

Gellerthügel – Zitadelle und Freiheitsstatue

Durch die Fischerbastei kommt ihr bergabwärts zurück zum Ausgangspunkt, dem Siklo, von wo aus wir am Ufer der Donau in Richtung Gellerthügel gelaufen sind. Alternativ könnt ihr die Strecke zum Fuß des Hügels auch mit der Bahn zurücklegen, oder direkt mit Bussen zur Spitze des Hügels fahren. Wir entschieden uns aber für den Fußweg und erklommen den schönen, wenn auch steilen, Fußweg hinauf zur Zitadelle und der Freiheitsstatue zu Fuß. Nach einem etwa 30-minütigen Aufstieg erreichten wir dann die Spitze und kamen aus dem Staunen nicht mehr raus: Der Blick auf Budapest, getrennt durch die Donau, war atemberaubend und der Aufstieg jede Mühe wert. Dank der vor der Zitadelle stehenden Food-and-Drink-Trucks konnten wir den Ausblick bei einem kühlen Bier genießen, bevor wir die letzten 100m zur Freiheitsstatue weitergingen und von dort den Blick über Budapest genossen.

Gellertbad

Vom Fuße der Freiheitsstatue führt dann ein kleiner Weg hinab zur Donau, welcher euch direkt am (auch dank der ERGO ;)) bekannten Gelllertbad vorbeiführt. Etwas geschafft von dem bisherigen Tag haben wir uns dies natürlich nicht entgehen lassen und sind – prophylaktisch eingepackten Badesachen sei Dank – „kurz“ ins Bad gegangen. „Kurz“ daher, da zum einen der doch sehr stolze Eintrittspreis von 5.800 HUF p.P. (ca. 18€) und zum anderen der nicht ganz unkomplizierte und stressfreie Eingang dazu einladen, sich etwas länger im Bad zu entspannen. Und das kann man wirklich, laden die prunkvollen Bäder im Inneren bei Temperaturen zwischen 35°C und 40°C doch geradezu dazu ein, es sich gut gehen und die Seele baumeln zu lassen. Schwimmbad trifft es übrigens nicht wirklich, genauer gesagt ist das Gellertbad – wie die übrigen Thermalbäder in Budapest auch – eher ein Sitzbad, in welchem man nebeneinandersitzt und entspannt. Neben sechs Innenbecken verfügt das Gellertbad noch über zwei Außenbecken (eins sogar als richtiges „Schwimmbad“ mit Wellen), eine Sauna und einen ausgiebigen Spa-Bereich (diesen jedoch nur gegen Aufpreis).

Bitte bedenkt, dass wir vor Ort Handtücher leihen könnt (1.000 HUF + 2.000 HUF Kaution) und manche Becken im Innenraum nur mit Badekappe (1.000 HUF) genutzt werden dürfen. Trotz des stolzen Preises und der chaotischen Organisation (Es gab nur vier Umkleiden für alle Gäste und das Personal konnte oder wollte einem nur bedingt weiterhelfen), ist der Besuch des Thermalbades dennoch eine unvergessliche Erfahrung und ein absolutes „Must-do“ in Budapest. Neben dem Gellertbad gilt das Szechenyi-Bad im Stadtpark als das schönste in Budapest. Zudem könnt ihr abends/nachts im Rudas-Bad einen wundervollen Blick auf Pest und das Parlament genießen, wir waren jedoch aus Zeitgründen nur im Gellertbad und fuhren von dort mit der Bahn zurück nach Pest.

Heldenplatz

Nachdem wir an Tag 3 etwas ausgeschlafen und ausgiebig im super süßen Café Anyám szerin gefrühstückt haben, sind wir in Richtung Heldenplatz und Stadtpark gestartet. Allein die Fahrt mit der Metrolinie 1, welche nur wenige Meter unter der Erde aus kleinen, wunderschön gestalteten Bahnhöfen uns bis direkt zum Heldenplatz brachte, war ein Erlebnis wert. Tickets bekommt ihr an einem der (wenigen) Automaten oder an den Bahnsteigen in den kleinen Ticketbuden, welche penibel von zwei Ticket-Kontrolleuren bewacht werden. Mit Ticket fuhren wir dann zum Heldenplatz und entdeckten den großen Platz, welcher zu je 1/3 von Junggesellenabschieden auf Bier-Fahrrädern, asiatischen Reisegruppen und einheimischen Sportlern „besetzt“ wurde.

Stadtpark und Zoo

Nach einigen Fotos verließen wir den Platz am nördlichen Ende und schlenderten, vorbei am schönen Schloss in den Stadtpark (alternativ auch Schlosspark genannt). Hier findet ihr auch das zuvor beschriebene Szechenyi-Thermalbad, welches wir jedoch nicht besuchten. Stattdessen und aufgrund Sabrinas großem Faible für Zoos, gingen wir in den ebenfalls im Park liegenden Budapester Zoo, welcher war eine Vielzahl an auch außergewöhnlichen Tieren (Nashörner, Löwen, Tiger, Leoparden) zu bieten hatte, diese jedoch in sehr kleinen Gehegen hielt.

Da wir nach dem Zoo noch etwas Zeit hatten, warfen wir uns erneut in das lebendige Treiben im jüdischen Viertel in Pest, schlenderten etwas durch die Gassen und Hinterhöfe und sogen das entspannte und liberale Leben Budapests in uns auf. Abends wollten wir im israelischen Restaurant Mazel Tov essen gehen, welches jedoch auch Tage im Voraus reserviert ist. Zum Glück im Unglück liefen die meisten Reservierungen für einen Zeitraum nach 18 Uhr, sodass wir uns ein sehr frühes Abendessen um kurz vor 18 Uhr gönnten. Das Restaurant, gelegen in einem Hinterhof, hat dabei wirklich Charme und bietet leckeres, wenn auch nicht ganz günstiges, israelisches Essen. Wir empfehlen aber dringend eine Tischreservierung, wollt ihr nicht ähnlich früh essen gehen wie wir J

Restaurant & Cafés im Jüdischen Viertel

Budapest bietet, insbesondere in Pest, eine Vielzahl an kleinen Cafés und Restaurants, welche einen guten bis sehr guten Eindruck hinterließen. Da wir leider nicht alle testen konnten, hier unsere Liste mit Restaurants & Cafés, welche wir definitiv empfehlen können:

  • Lion’s Locker: Leckere Frühstücksbagel zu guten Preisen in sympathischer Atmosphäre
  • Anyám szerint: Süßes und kleines Frühstückscafe mit kleinem Innenhof
  • Cupakos: Nettes Restaurant mit leckerem Burger und gutem Service und ungarischen Somloi Cake zum Nachtisch
  • Mazel Tov: Jüdisches Hinterhof-Restaurant mit ausgewählten jüdischen Speisen in stilvollem Ambiente
  • A Table: Kleine Bäckerei an der Wesselenyi utca mit leckeren Sandwiches zur kleinen Stärkung zwischendurch
  • Strudel Hugo: super leckerer Strudel in vielen verschiedenen Sorten
  • Gettó Gulyás: Ungarische Küchen fürs Abendessen
  • Anjuna: Ice Pops
  • Budavari Retesvar: kleiner versteckter Strudelladen an der Matthiaskirche (als wir nachmittags da waren, waren schon fast alle Strudel weg) – in Pest

Fazit

Uns fällt jetzt erst mal auf, wie viel wir eigentlich das Wochenende so über gegessen haben. Aber man muss ja auch alles mal ausprobieren im Urlaub. Budapest hat uns wirklich sehr gut gefallen! Vor allem das Jüdische Viertel hat uns mit all seinen kreativen, modernen und kulinarischen Ecken begeistert!

 

*Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Verweise sind sogenannte Provision-Links. Wenn ihr auf so einen Verweislink klickt und über diesen Link einkauft, bekommen wir von eurem Einkauf eine Provision. Für euch verändert sich der Preis nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.